The Bennies – Natural Born Chillers

Musikrichtung Punk, Punk, Electro, Alternative
Redaktion
Lesermeinung
6

Um heutzutage noch aufzufallen, bedarf es mittlerweile schon gewisser Qualitäten – oder aber auch extravaganter Ideen. Nicht immer muss das von Erfolg gekrönt sein, aber wenn man dadurch im Ohr oder Kopf des Hörers hängen bleibt, ist ein großer Schritt getan.
Aber dass man Electro mit Ska/Punk und mischt, ist wohl nicht die übliche Gangart.
The Bennies, ursprünglich 2009 als Madonna gegründet, aus dem australischen Melbourne machen genau diesen seltsamen Mix. Vermutlich haben sie halt während der ein oder anderen Bong etwas zu experimentieren begonnen und hier ist das Ergebnis.
Seit 2011 sind sie jeden Falls unter dem Namen The Bennies unterwegs und haben die Bühne auch schon mit Größen wie den Dead Kennedies oder Nofx geteilt.
Am 02. Februar 2018 erscheint nun ihr neuestes Werk „Natural Born Chillers“. Und das kann was. Ganz ehrlich, man muss sich schon an dieses elektronische Zwischendurch gewöhnen, aber wenn man das mal akzeptiert hat, dann rockt dieses Ding so richtig. 8 Tracks in 24 Minuten beinhaltet das Machwerk und Langeweile kommt definitiv nicht auf.
Es beginnt gleich mit der ersten Auskopplung „Get High Like An Angel“. Klare Aussage. Man weiß nicht nur vom Cover und Albumtitel her sofort in welcher Konsumnische die vier Jungs angesiedelt sind, sondern es kommt auch gleich in den ersten Zeilen des Openers klar rüber.

i get high like an angel
and i scream like the devil
i break my mind i break my head
and ill do it all again

youtu.be/J03uGsTfAOA

Mit „Dreamkillers“ und „Destination Unknown“ folgen zwei Lieder im klassischen Skapunk, die einem sogar im Winter schöne sommerliche Gefühle vermitteln.
Mit einem angenehmen, nicht zu harten Gitarrensound und schönen Gesangsmelodien haben the Bennies defintiv Ohrwurmpotential. Natürlich immer wieder mit elektronischen Parts untermalt oder hinterlegt.
Weiter geht es mit dem Titeltrack „Natural Born Chillers“ und einem klaren Satz : Some say I´m lazy but I know I´m free! Der Song ist eine Dub/Ska – Nummer im gechillten Tempo gehalten und bei einem Bierchen oder Tütschen am Strand die perfekte Untermalung.
Aber sogleich wir die Ruhe gestört, den plötzlich kracht „Ocean“ los. Mit Schreigesang und schnellen Drums, fast schon Skatepunk drisch das Ding los, um aber im Refrain mit schöner Melodie und „Uuuhs“ a la Beach Boys gleich wieder anders zu klingen.
„Trip Report“ erzählt, wie der Name schon sagt, eine Geschichte und kommt fast rüber, wie eine Pause, bevor der vorletzte Song „Apathetic Revolution“ einen nochmal an den sprichwörtlichen Eiern packt und die komplette Range der Australier aufzeigt.
Zum Abschluß einer Genußreise durch „Natural Born Chillers“ geben The Bennies bei „Very Shit Carpet“ noch einmal richtig Gas und gönnen uns noch eine wilde Minute bevor die Platte zu Ende ist.

Ehrlich gesagt würde sich dieses Album wohl von seiner Qualität her eher sieben Sterne verdienen, doch leider überwiegt das enttäuschende Gefühl, dass es so schnell vorbei ist. Also so zwei bis drei Songs hätten schon nicht geschadet, sofern die Qualität dieser nicht gemindert wäre.
Aber das, was The Bennies hier abliefern, sollten sich Fans des Genres und solche, die es werden wollen, nicht entgehen lasse. Wer The Bennies nicht kennt, muss das dringend ändern. Super Sound, super, Songwriting, super Laune.

Wohnort Tacherting
Beruf Monteur (Mobilfunk)
Dabei seit September 2016
Deine Aufgabe bei Stageload Reviews, Interviews, Berichte
Top-Alben Pascow - Diene der Party, H2O - Nothing to prove, Muff Potter - Bordsteinkantengeschichten, NOFX - Punk in drublic, Wizo - Uuaarrgh!
Die besten Konzerterlebnisse PunkRockHoliday, Groezrock, Free & Easy

Hinterlasse einen Kommentar