Black Rebel Motorcycle Club – Wrong Creatures

Musikrichtung Garage Rock
Redaktion
Lesermeinung
5

Bedeutungsschwanger und schwer präsentiert sich der Black Rebel Motorcycle Club auf seinem achten Album. Flüchten sich andere Rockbands in letzter Zeit in allerlei Gimmicks, um neue Musik zu rechtfertigen, konzentrieren sich die Herrschaften aus San Francisco lieber aufs Wesentliche – die Musik. „Spook“ oder „King Of Bones“ geben von Beginn an die Marschrichtung vor. Von simplen, aber effizienten Schlagzeugspiel angepeitscht, heulen die Gitarren und Peter Hayes knarziger Gesang trägt das Ganze. BRMC zelebrieren die Rock-Musik völlig ohne Schnörkel.

Wirklich laut wird das Trio dabei freilich nie. Lieber versinkt man in Intensität und atmosphärischer Dichte oder versucht sich in vielen kleinen Details im Hintergrund des offensichtlichen Songkonstrukts. Die kommen allerdings oft erst nach mehrmaligen Durchläufen zum Tragen („Little Thing Gone Wild“). Mal trostlos („Haunt“, „Calling Them All Away“), mal euphorisch („Echo“, „All Rise“) präsentiert man verschiedene Seiten eines musikalischen Themas. BRMC versuchen sich auf „Wrong Creatures“ gar nicht erst an genrefremden Experimenten, sondern nutzen lieber alles, was den Rock in den letzten 60 Jahren so groß und massenkompatibel gemacht hat. Von psychedelisch-rauschendem Dröhnen bis hin zu pompösen Stadion-Refrains ist alles dabei. Repetitiv klingt „Wronger Creatures“ jedoch nie. Das ist wohl die große Kunst – und die beherrschen BRMC nach gut 20 Jahren als Band natürlich spielend.

„Wrong Creatures“ mag zwar nicht die nächste Innovationswelle lostreten, schafft es aber selbst in den durchschnittlichen Momenten („Circus Bazooko“) nicht zu langweilen. Gerade wenn man auf die großen Emotionen aus ist und wie im famosen Abschlusstrack „All Rise“, mitsamt Klavierunterstützung, alle Register zieht, zeigt sich aber, dass hier noch mehr drin gewesen wäre. So bleibt „Wrong Creatures“ ein solides Rock-Album ohne grobe Schnitzer. Spektakuläres hört man hier aber selten.